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Authentisch
ist das erste Wort, dass mir zu vorliegender CD einfällt. Die Musik
kommt wirklich herrlich bodenständig, rau und ehrlich rüber.
Man kann Mr. Wilson auch wahrlich nicht unterstellen, beim Songwriting
umjubelte Auftritte bei "Top Of The Pops" oder "The Dome"
im Hinterkopf bewegt zu haben (es ist eher wahrscheinlich, dass er weder
das eine noch das andere kennt). Dazu ist die Musik viel zu unkommerziell.
Andererseits - warum sollte nicht gerade ein Stück wie "Black
Coffee At Sunrise", welches seine Wurzeln im klassischen Rock´n
Roll hat, erfolgreich sein? Shakin' Stevens ist stilistisch zumindest
nicht so weit von diesem Song entfernt, auch wenn es der gute Brad doch
etwas ungehobelter angeht. Er hat eine angenehm rauchige Stimme, die
hervorragend zu den intonierten Titeln passt. Die Musik selbst ist in
ihrer Basis sicherlich blanker Rock, dem ich einfach mal eine enorme
Southern-Schlagseite unterstelle, gewürzt mit einigen dezenten
Blues-Anleihen. Dabei stehen ordentliche Rocker wie "Hands On The
Wheel", das wohl bei jeder Harley-Party laufen darf, neben gefühlvolleren
Stücken, sinnigerweise "Got The Feeling" betitelt und
kleinen Jam-Orgien wie in "Two Belong". "Rocket"
ist sogar ein kleiner Hard Rocker geworden, so irgendwo zwischen Purple
und Uriah Heep. Ihr seht also, wie der Hase auf dieser CD läuft:
Kompromisslose Aus-dem-Bauch-Musik, die kleine Clubs zum Überkochen
bringen kann und mit viel Seele vorgetragen wird. Man merkt auch, wie
sehr es Mr. Wilson genießt, seine Gitarre zu malträtieren,
so befinden sich fast in jedem Song ausufernde Soli und Eskapaden, die
manchesmal schon fast zu viel des Guten sind ("The Healer").
Letztendlich muss ich jedoch feststellen, dass dieses Album wohl nur
für Genre-Liebhaber geeignet ist, da sich kaum wirkliche Höhepunkte
darauf befinden und manche Lieder einfach nicht zünden wollen.
Demgegenüber steht dann ein Übersong wie die Ballade "Last
Call", die einem Jahrhundertwerk wie "Hush" in nichts
nachsteht. Beeindruckend auch Mr. Wilson selbst, der das Backcover der
CD ziert und sich als blondmähniger Hüne entpuppt, der wohl
auch neben Zakk Wylde bestehen könnte. Er sieht nur nicht ganz
so asozial aus, hehe. Also, alle, die es bodenständig, rockig,
rau mögen, dürften mit Herrn Wilson wohl nichts falsch machen
und sich an folgenden Kontakt wenden: www.bradwilsonlive.com
Tracklist:
01. Black Coffee At Sunrise
02. Sundown And The Cowboy
03. Got The Feeling
04. Hands On The Wheel
05. Rocket
06. The Healer
07. Last Call
08. All Kinds Of A Fool
09. Cruisin' The Coast
10. Southern Cali Girl
11. Slide On Cover
12. House Of Love
13. Two Belong
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